Wie ich meinen eigenen LinkedIn-Kanal aufgebaut habe
Ich berate B2B-Dienstleister darin, wie sie Sichtbarkeit aufbauen und Vertrauen erzeugen. Das setzt voraus, dass ich selbst zeige, wie das in der Praxis aussieht.
LinkedIn-Kanalaufbau als Praxisbeispiel für B2B-Sichtbarkeit
Vor ein paar Jahren habe ich damit angefangen, meinen eigenen LinkedIn-Kanal konsequent aufzubauen. Die Ergebnisse nach einem Jahr lassen sich inzwischen gut einordnen — nicht nur anhand der Kennzahlen, sondern anhand dessen, was sich im Vertrieb verändert hat.
Drei Prinzipien, nach denen ich vorgegangen bin
Erstens: gezielt vernetzen
Ich habe mich mit Entscheidern aus relevanten Branchen verbunden, nicht mit möglichst vielen, sondern mit den richtigen. Das ist ein Unterschied, der sich in der Follower-Zusammensetzung zeigt: 47% sind erfahrene Professionals, 29% kommen aus Unternehmen mit über 10.000 Beschäftigten.
Zweitens: Inhalte mit konkretem Informationsgehalt
Kein Allgemeinwissen, keine Motivationssprüche. Jeder Beitrag soll jemandem aus meiner Zielgruppe tatsächlich etwas geben — eine Einordnung, einen Ausgangspunkt, eine konkrete Frage, die sich in der eigenen Arbeit stellt.
Drittens: ein LinkedIn-Newsletter für die, die tiefer einsteigen wollen
Kein Massenversand, sondern ein Format, das von Entscheidern gelesen wird. Die Öffnungsrate liegt bei 50%, der Branchendurchschnitt bei 35 bis 40%.
Was nach einem Jahr entstanden ist
Hier die Kennzahlen für den Jahresvergleich:
- 138.565 Impressions, organisch ohne bezahlte Reichweite, +385,9% gegenüber dem Vorjahreszeitraum
- 30.342 erreichte Mitglieder
- 1.823 Follower, +48,6% im Jahresvergleich. Die Kurve beschleunigt sich.
Die Zahlen sind nicht der Hauptpunkt. Relevant ist, was daraus folgt: Wer heute Outreach betreibt, landet nicht mehr in der Kaltakquise. Der Empfänger kennt den Kontext bereits, hat Inhalte gesehen, hat sich ein Bild gebildet. Das verändert, wie ein erstes Gespräch beginnt.
Was sich daraus für B2B-Dienstleister ableiten lässt
LinkedIn funktioniert nicht als Leadkanal im klassischen Sinne. Es ist ein Vertrauenskanal. Wer konsequent substanzielle Inhalte für eine klar definierte Zielgruppe produziert, baut über Zeit eine Präsenz auf, bei der Kontaktaufnahme keine Kaltakquise mehr ist.
Das bedeutet nicht, dass das System schnell läuft. Es bedeutet, dass es zuverlässig läuft, sobald die Grundlagen stimmen: Positionierung, Zielgruppe, Inhaltsformat und Rhythmus.
Genau das ist der Ausgangspunkt im Erstgespräch, wenn es um Sichtbarkeit auf LinkedIn geht: Wo steht die eigene Präsenz heute, und was braucht es, damit sie belastbar wird?
Das ist kein allgemeingültiges System. Es ist, was für mich funktioniert, in einem Umfeld, wo Sichtbarkeit Zeit braucht und Vertrauen die entscheidende Währung ist.
Wenn du magst, schreib mir. Ich freue mich über den Austausch.
Dieser Artikel wurde von Hans Hirsch geschrieben. Hans Hirsch ist B2B-Marketing-Berater in Berlin und arbeitet mit inhabergeführten Agenturen, Boutique-Beratungen und Freelancern. Zuvor war er in der politischen Kommunikation und für medizinische Fachgesellschaften tätig. LinkedIn-Profil